Quelle: Wilhelmine Wulff / pixelio.de
Die Nachricht kommt zwar nicht sehr überraschend, aber trotzdem trifft sie einen wie ein Schock. Nach 35 Jahren, in denen es für die kulturelle Vielfalt in Bremen gesorgt hat, muss das Packhaus Theater nun die Tore schließen. Der Grund für die Schließung ist so simpel wie auch beschämend. Das Haus musste nach mehr als 10.000 gefeierten Vorstellungen Insolvenz anmelden. Leider in der heutigen Zeit nichts Neues. Als erstes trifft es in einer Stadt meistens die Kulturbetriebe. Da werden natürlich schnell Stimmen laut, ob die Insolvenz des Packhaus Theaters nicht von Seiten der Stadt durch finanzielle Mittel hätte abgewendet werden können. Aber scheinbar sind irgendwelche Haushaltslöcher zu stopfen einfach wichtiger als einen Spielstätte, die seit vielen Jahren für eine kulturelle Vielfalt in der Stadt sorgt, unter die Arme zu greifen um sie vor dem endgültigen Aus zu retten.
Nachdem das Ende des Packhaus Theaters beschlossene Sache ist, kommt natürlich der ganze Frust der letzten Jahre hoch. Wer kann es den Mitarbeitern und Freunden des Packhaus Theaters auch schon verübeln. Immerhin wurde seit 1976 mit jeder Menge Herzblut an Aufführungen und Lösungen um das Theater am Leben zu erhalten gefeilt. Jetzt werden die sieben Mitarbeiter einfach so vor die Tür gesetzt. Auch Theaterchef Imhoff muss sich seit guten 35 Jahren nun auf die Suche nach einem neuen Job machen. Auch das Phönix und das Union Theater verlieren mit dem Packhaus Theater ihre Spielstätte. Ob in einer anderen Örtlichkeit weiter gemacht wird, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Aber wahrscheinlich konzentrieren sich die Betroffenen erst einmal auf den noch laufenden Streit mit der Stadt Bremen. Es geht nämlich um die Tilgung der letzten 100.000 Euro Schulden. Von den insgesamt 170.000 Euro die zu der Insolvenz führten, wurden schon 70.000 Euro von der Stadt übernommen. Nun sind sich beide Seiten aber nicht ganz einig wer für den Rest aufkommen muss. Aber alleine schon vom moralischen Standpunkt, müsste die Stadt Bremen für die restliche Tilgung einspringen und am besten sich so schnell wie möglich mit allen Beteiligten zusammenzusetzen um eine neue Spielstätte zu errichten.