Quelle: Holger Nissen / pixelio.de
Was ist los in der Hansestadt Hamburg? Was in Stuttgart der umstrittene Bahnhof Stuttgart 21 ist und in Berlin die Mediaspree könnte in Hamburg die Elbphilharmonie werden. Sicher ist bereits, dass diese kaum vor 2014 fertig gestellt werden dürfte. Und seien wir mal ehrlich. Wer jetzt schon einräumt, dass diese frühestens 2014 fertig wird, weiß insgeheim auch, dass man mit Blick auf solche Mammutprojekte rund ein bis zwei Jahre hinzurechnen sollte, um der Realität möglichst nahe zu kommen. Warum ist die Elbphilharmonie so umstritten und was heizt die neuerlichen Debatten erneut an?
Auf der einen Seite sind die Gegner der Elbphilharmonie und genau diese haben auch ein paar schlagkräftige Argumente, die sie gegen die Befürworter des Megabauprojekts ins Feld führen. Das Hauptargument ist natürlich auch im Fall von Hamburgs Prestigeprojekt der enorme Kostenaufwand, der betrieben werden muss, um das neue Konzerthaus den Plänen gemäß fertigstellen zu können. Wie bei allen großen Projekten, sind auch die Kosten für die Elbphilharmonie enorm gestiegen und haben die zuvor geschätzten Kosten bei Weitem übertroffen. Wie auch bei Stuttgart 21 müssen sich die Verantwortlichen mit Vorwürfen auseinandersetzen, dass man die Kalkulationen während der Planungsphase wissentlich oder aufgrund von mangelndem Know-How falsch eingeschätzt habe. Natürlich hätte die ganze Angelegenheit anders ausgesehen, bzw. wäre es weitaus schwerer gewesen ein solches Megaprojekt durchzusetzen, wäre man von vornherein von den derzeit veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 500 Millionen Euro ausgegangen.
Zur Erinnerung, vor rund vier Jahren hatte man in etwa die Hälfte dieser 500 Millionen veranschlagt, genau genommen waren es rund 241 Millionen Euro, die die Philharmonie kosten sollte. Allein der städtische Anteil an diesen Kosten hat sich seit 2007 nahezu verdreifacht und liegt nun bei 323 Millionen Euro, die auf die Gemeinde zukommen. Immerhin knapp 70 Millionen Euro hat die Stiftung, die sich für den Bau der Elbphilharmonie einsetzt, bereits eingenommen. Ihre Argumente werden von Kritikern nicht gerne gehört, zielen jedoch auf nachvollziehbare Aspekte wie etwa dem derzeit heiß diskutierten Leuchtturmeffekt ab. So könnte die Elbphilharmonie eine ähnlich Touristen anziehende Attraktion werden, wie es bereits seit Jahren die Philharmonie von Sydney ist. Wir sind gespannt, wie sich die Debatte weiter entwickeln wird – hoffentlich nicht ähnlich eskalierend wie bei S21.